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vorschnelle Hysterektomien Thema bei NDR Visite am 8.9.2015

Am 8.9.2015 war das Thema vorschnelle Gebärmutter-Entfernung Thema in dem NDR-Gesundheits-Magazin „Visite“. Link zur Sendung: Gebärmutter wird häufig zu schnell entfernt

Der Bericht der Patientin, die sich letztendlich doch gegen den Rat ihres Gynäkologen durchgesetzt hat und doch noch eine bessere Alternative zu der angeblich alternativlosen Operation gefunden hat erinnert mich sehr stark an das was wir selbst erlebt haben: Viel zu viele Gynäkologen empfehlen nur eine einzige Alternative: die operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie). Schonendere Alternativen werden nicht erwähnt oder – wie in unserem Fall – sogar bewusst verschwiegen. Die Patientin wird zu einer OP gedrängt, sie sei ja auch schon alt und bräuchte ihre Gebärmutter nicht mehr, „was weg ist, ist weg“.

Mein Fazit: die Patientin hat gut daran getan sich Alternativen zu suchen und auf ihr Bauchgefühl zu hören, diesen „kleinen Routine-Eingriff“ nicht durchführen zu lassen.

Interessant war auch der 2. Teil der Sendung, in der Prof. Andreas Ebert über die Hintergründe berichtet. Die für mich wesentliche Aussage ist:

[…] in der der Gynäkologie war die Tradition der Gebärmutter-Entfernung eine ganz zentrale, d.h. in der Facharzt-Ausbildung gehörte die Hysterektomie (die Gebärmutter-Entfernung) zu dem erstrebenswertem Ziel, das ein junger Facharzt erreichen sollte. Es gab bestimmte Zahlen, 40 Hysterektomien oder ähnliches […]

Das erklärt natürlich warum die Gynäkologen so wild drauf sind einer Frau die Gebärmutter entfernen zu können: a) sie können nichts anderes und b) Die Hysterektomie gehört praktisch zum Selbstverständnis des Gynäkologen, es ist praktisch die „Königs-Disziplin“: nur wer erfolgreichen min. 40 Frauen die Gebärmutter entfernt hat ist ein „richtiger“ Gynäkologe. Vielleicht sollte man mal darüber Nachdenken bereits in der Ausbildung andere Akzente zu setzen?