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1. Termin in der Frauenklinik

Wie von der niedergelassenen Gynäkologin empfohlen suchte meine Frau im Januar 2015 ein Krankenhaus auf um das „Myom“ weiter behandeln so lassen. Ihre Wahl fiel auf das „Krankenhaus unseres Vertrauens“, ein renommiertes Krankenhaus eines großen Trägers in einer Großstadt in NRW. So wurde meine Frau Patientin des Chefarztes der Frauenklinik, Prof. Dr. med. Xyz (Name geändert …).

Schon dieser erste Termin war – im Nachhinein betrachtet – eine absolute Ungeheuerlichkeit. Das Verhalten des Arztes war dermaßen unseriös und unethisch, dass es an eine Straftat grenzt. Mein Anwalt meinte dazu, dass ich mit dieser Einschätzung durchaus Recht hätte, er hat mir dann aber doch von einer Klage abgeraten, weil er zu der Auffassung gelangt ist dass sich kein Gericht in Deutschland ernsthaft damit beschäftigen würde, allerdings nur aus dem Grund, dass außer dem Stress den wir mit der ganzen Geschichte gehabt hätten, kein gerichtlich verwertbarer Schaden (Gesundheit, Vermögen) eingetreten ist.

Aus dem 1. Termin bei Prof. Dr. med. Xyz kam meine Frau mit einer Bestätigung der Diagnose zurück. Ihr wurde gesagt sie hätte einen „uterus myomatosus“, die Gebärmutter wäre stark vergrößert (12,5 cm im Durchmesser) und der Tumor hätte ein Gewicht von ca. 2.5 kg. Die einzige Methode dies zu „heilen“ wäre eine sofortige Operation per „kleinem Bauchschnitt“ (abdominal, ähnlich dem Kaiser-Schnitt) und man solle schnellstmöglich operieren, da sonst das Myom so groß werden könnte, dass es nur noch per großem Bauchschnitt (ein Schnitt entlang der Längsachse des Körpers) würde entfernt werden können. Als Alternativen zum Bauchschnitt wurden zum einen die Methode besprochen das Myom medikamentös (Esmya) zu schrumpfen, aber im „Beratungs-Gespräch“ praktisch sofort wieder verworfen, weil der Arzt diese Methode nicht „guten Gewissens“ empfehlen könne, zum anderen könne man auch noch „1 bis 2 Termine“  beobachten, aber seine eindeutige Therapie-Empfehlung war schnellstmöglich eine Hysterektomie durchführen zu lassen.

Über ihren 1. Besuch bei Prof. Dr. med. Xyz berichtete sie mir so: „es ist bestätigt, ich habe ein Myom von 2.5 kg im Bauch, das wird wohl auf eine Total-OP hinauslaufen“. Dann berichtete Sie, dass Prof. Dr. med. Xyz ein total netter und einfühlsamer Artz wäre und er ihr die Angst vor dem „kleinen Routine-Eingriff“ genommen hätte. Wir wir heute wissen war ist Prof. Dr. med. Xyz ein Pfuscher und ein Betrüger: Ein Pfuscher ist er weil er eine Fehl-Diagnose gestellt hat, die hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass er – offensichtlich mangels Interesse – gar nicht richtig hingeschaut hat. Ein Betrüger ist er, weil es ihn überhaupt nicht interessiert hat, was meine Frau wirklich hat, er sah nur eine vergrößerte Gebärmutter und für ihn ergab sich daraus eine willkommene Gelegenheit einem weiteren Opfer den Bauch aufzuschneiden und ein Organ zu entfernen.

Seine Vertrauens-Stellung als Chefarzt der Gynäkologie in einem renommierten Krankenhaus hat er eiskalt berechnend und vorsätzlich dazu ausgenutzt sich in das Vertrauen meiner Frau zu schleichen um ihr skrupellos die für sie schlechteste mögliche Behandlungs-Methode (Hysterektomie, abdominal) aufzuschwatzen, nur weil er nichts anderes kann. Was mich am meisten daran aufregt ist die Tatsache, dass Prof. Dr. med. Xyz nicht nur eine „schlechte Empfehlung“ abgegeben hat, sondern durch vorsätzliche Lügen und „Horror-Storries“ massiv psychologischen Druck auf meine Frau aufgebaut hat mit dem Ziel sie dazu zu überreden, sich schnellstmöglich bei Ihm einer „Total-OP“ (Entfernung des uterus inc. Cervix) zu unterziehen.

Wie wir heute wissen war fast alles was Prof. Dr. med. Xyz erzählt hat falsch, erstunken und erlogen:

  • Ein Bauchschnitt ist kein „kleiner Routine-Eingriff“, ein Bauchschnitt ist eine große, riskante Operation! Ein wesentliches Risiko ist z.B. die postoperative Peritonitis, an der man im Zweifel sterben kann. So lange es medizinisch vermeidbar ist, sollte jeder Patient alles dran setzen einen Bauchschnitt zu vermeiden! Das gilt im übrigen auch für die Frauen, die ohne medizinische Notwendigkeit eine Kaiserschnitt-Geburt einer natürlichen vorziehen … selber schuld!
  • Eine Gebärmutter mit einem Durchmesser von 12,5 cm hat maximal ein Gewicht von rund einem Kilogramm. Die Angabe der Tumor hätte ein Gewicht von 2.5 kg war ein Ammen-Märchen mit dem Zweck meiner Frau Angst zu machen
  • Die Aussage, dass die Entfernung der Gebärmutter nur noch per Bauchschnitt möglich sei, da „das Myom“ bereits so groß wäre, dass es laparoskopisch („minimalinvasiv“) nicht mehr entfernt werden könnte, ist eine eiskalte Lüge. Die Charité in Berlin z.B. beschreibt auf Ihrer Webseite ein Verfahren mit dem Myome bis zu einem Durchmesser von 20 cm minimalinvasiv entfernt werden können!

Ich hatte bereits aus den Erzählungen vom ersten Termin meiner Frau bei Prof. Dr. med. Xyz den Eindruck gewonnen dass der Typ nicht wirklich vertrauenswürdig sei, allerdings zweifelte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht an seinen diagnostischen Fähigkeiten. Der Umstand, dass es diesen Arzt einen feuchten Kehricht interessiert hat, welche Beschwerden meine Frau wirklich hatte und nur daran interessiert war meiner Frau schnellstmöglich den Bauch aufzuschlitzen um ihr ein Organ zu entfernen kam erst nach dem MRT-Termin ans Licht. Meine Zweifel über die Vertrauenswürdigkeit dieses Arztes nährten sich zu dem Zeitpunkt noch aus der Frage ob es bei einem „so kleinen“ Myom wirklich nicht möglich sein sollte eine minimalinvasive Operation durchzuführen und ob es wirklich nötig sei sich dem Risiko eines Bauchschnittes auszusetzen.

Im Endeffekt muss ich aber auch sagen: das Prof. Dr. med. Xyz so gewissen- und skrupellos vorgegangen ist, war für uns Glück im Unglück. Hätte er sich etwas mehr zurückgehalten, wäre er ehrlicher gewesen hätte ich ihm und seiner vermeintlichen „Expertise“ vielleicht auch Glauben geschenkt und zugelassen, dass sich meine Frau von ihm „behandeln“ lässt. Meine Frau war von der „Therapie-Empfehlung“ erst mal total geplättet. Irgendwann hatte sie mir erzählt, dass sie angefangen hatte sich im Internet über die OP zu informieren und völlig entsetzt war, was dabei alles pasieren kann. Die Folge war: sie beschloss zunächst ihrem Arzt zu vertrauen, und es mit der Devise „Augen zu und durch“ – bzw. „er wird schon wissen was er tut“ über sich ergehen zu lassen und zu hoffen, dass alles gut geht.

Da aber bei mir der Anfangs-Verdacht, dass da was „nicht ganz rund läuft“ nun erst mal vorhanden war, und ich – wenn ich Problem auf den Grund gehen will dies (berufsbedingt) außerordentlich gründtlich tue – begann ich zu recherchieren und was ich in den folgenden zwei Monaten (bis zum zweiten Termin bei Prof. Xyz im März) an Informationen sammeln konnte wirft ein Bild auf die deutschen Gynäkologen, das für mich nur schwer zu ertragen ist. Verstärkt wurde dieser Eindruck noch dadurch, dass meine Frau keinerlei Informationen darüber bekommen hatte, welche Art und welche Lage „die Myome“ hätten, die Aussage war einfach nur „der gesamte Uterus ist myomatös und muss entfernt werden“.

Im Nachhinein kann ich nur feststellen: die Diagnose war falsch (kein Uterus myomatosus, sondern eine Adenomyose), die Therapie-Vorschlag war grundsätzlich falsch, hätten wir diesem Arzt Glauben geschenkt wäre meiner Frau OHNE MEDIZINISCHEN GRUND ein Organ entfernt worden und sie hätte sich dem Risiko eines Bauschschnittes ausgesetzt und 6 Wochen Genesungs-Zeit in Kauf nehmen müssen!

Das ist aber leider noch nicht alles, der 2. Termin war noch krasser …